Neuer AEE-Sprecher mit neuen Ideen

Joh HeroldJohannes Herold, der neue Sprecher des AEE, sieht im AEE eine wichtige Vernetzungsmöglichkeit und Plattform für evangelische Christen und Gemeinden In Bayern, denen "unsere Ziele wichtig sind". In einer Selbstvorstellung hob er als solche Ziele hervor: den Klimaschutz, kirchlich gesprochen die Bewahrung der Schöpfung, und den fairen Handel als gelebte "Verantwortung für alle Menschen als Gottes geliebte Geschöpfe". Herold, Pfarrer an der Christuskirche in Selb, will vor allem jüngere Menschen wieder für den AEE gewinnen, der nach eigenem Verständnis progressiven Richtungsgruppe innerhalb des bayerischen Protestantismus mit derzeit gut zweihundert Mitgliedern. Lesen Sie Herolds Selbstvorstellung!

Der AEE hat einen neuen Sprecher: Pfarrer Johannes Herold aus Selb. Hier stellt er sich kurz vor.

 

Seit über 10 Jahren bin ich nun schon Mitglied im AEE – aber lange Zeit viel weniger aktiv, als ich es gerne gewesen wäre: Neben den ersten Amtsjahren als Pfarrer war ich auch viel beschäftigt mit meinen vier Kindern. Gemeinsam mit meiner Frau Sandra Herold arbeite ich an der Christuskirche in Selb – wobei meine Frau die Pfarramtsführung hat und ich eher projektbezogen arbeite.

Die Ziele des AEE sind uns in unserer Theologie aber doch stets ein Anliegen gewesen: Im Jahr 2008 hat mich der damalige Sprecher Pfarrer Martin Kleineidam zur Jahrestagung mit dem Thema „Nach uns die Sintflut“ eingeladen. Schon damals hat der AEE die Uhr für die Bewahrung der Schöpfung auf „5 nach 12“ stehen gesehen. Heute erfahren wir selbst in Deutschland, wie richtig das war.

Neben dem Klimaschutz liegt mir der faire Handel besonders am Herzen. Mit unserer Kirchengemeinde haben wir den Weltladen Selb gegründet, der nun seit 3 Jahren ein etablierter Laden in Selb ist. Die Verantwortung für alle Menschen als Gottes geliebte Geschöpfe geht für mich direkt aus dem ersten biblischen Schöpfungsbericht hervor – nicht weniger wichtig, als die Verantwortung für die Natur.

Aus meiner Studienzeit hat mich der christlich-jüdische Dialog und die New Perspective on Paul nachhaltig geprägt. Zwei Jahre habe ich an der Hebräischen Universität Jerusalem studiert und dort nicht nur das lebendige Judentum intensiv kennengelernt, sondern auch einen M.A. in Jewish Religious Studies erworben.

Nun haben dieses Jahr zwei herbe Schläge den AEE erschüttert: Der Tod unseres hochgeschätzen Sprechers Hans-Willi Büttner und der Wechsel des Ehepaars Kleineidam in die Württembergische Landeskirche. In dieser Umbruchphase hat mich die Bitte erreicht, meine Arbeitskraft verstärkt beim AEE mit einzubringen und das mache ich sehr gerne! Im AEE sehe ich eine wichtige Vernetzungsmöglichkeit für evangelische Christen in unserer Landeskirche, sowie für Gemeinden, denen unserer Ziele wichtig sind. Dabei möchte ich mit dem LT gemeinsam versuchen, wieder jüngere Mitglieder für unsere Ziele zu gewinnen und andererseits mehr die Gemeinden und Kirchenvorstände in den Blick, zu nehmen. Der AEE könnte dann eine kirchliche Plattform werden für Christen mit gemeinsamen Zielen, die sich gegenseitig stützen und bereichern. Im Verlauf des kommenden Jahres werden wir als LT dafür konkretere Pläne entwickeln. Bei der nächsten Vereinsversammlung im kommenden Jahr werde ich mich dann zur Wahl stellen und wir werden die Vereinsmitglieder um Unterstützung für den zukünftigen Kurs bitten. Für die Übergangsphase werde ich alleiniger Sprecher sein – dann hoffe ich, mit einer weiteren Sprecherin gemeinsam dieses Amt ausüben zu dürfen.